„Laufen ist unbezahlbar….!“ (Andre Dreilich, Ultraläufer)

Oder: Der Sonne entgegen!


(Das es keine Wettkampfergebnisse zu melden gibt, einfach mal wieder ein Laufbericht!).

Gestern (Samstag, 20.2.21) hat es ich mich schon morgens in den Füßen gejuckt. Den ganzen Vormittag, während Schreibtischarbeit oder putzen, etc. zeigte sich schon die Frühjahrssonne und forderte mich zum vermehrten Rausgehen auf. Schnell stand der Entschluss fest: Heute - dem Sonnenwetter entsprechend - als Mittagsessen nur einen griechischen Salat machen, der nicht so schwer im Magen liegt, danach sofort Laufschuhe an und los. Den ersten echten langen Lauf dieses Jahr sollte es geben. Also nicht zeitlich als Joggingrunde, sondern als Lauf. Direkt 12:45 Uhr das Haus verlassen und auf Richtung Bräunlingen Stadthalle: Zu Fuß natürlich. Bereits auf diesen 5 km einlaufen, trotz vollem Magen: Die frische Luft tut bei Sonnenschein einem noch besser. In Bräunlingen dann weiter auf die Halbmarathonstrecke. Nicht zum echten Leistungstest nach Zeit, sondern einfach damit es auch ein langer Lauf wird, ohne dass ich abkürzen oder mogeln kann bzgl. der Zahlen und Distanzen. (Achim Achilles hat diese Mogelei in einem seiner Laufkolumnen ja so treffend beschrieben und aus knapp über 30 min laufen eine knappe Stunde gemacht. )
Die ersten 7 km der Halbmarathonstrecke bis zum Waldanfang vor Hubertshofen: Nicht nur Sonne pur bei Windstille und 13°, was die Wahl meiner für mich dünnen Kleidung (= T-Shirt, plus langen Pulli, plus nur eine Jacke) bestätigt, sondern nur lächelnde Gesichter. Auch ich freue mich: Über die Seniorenradgruppe mir ihren E-Bikes die im Pulk unterwegs sind, die jungen Eltern, die in der Sonne zusammen den Kinderwagen schieben, während das kleine Kind daneben her-„stolpert“ und die noch etwas streng-konzentriert schauende Walkerin, deren hartes Klack-Klack der Stöcke noch etwas „Corona frustriert“ klingt. Weiter so! Vor allem Du kleiner Mann/Frau: Ich rufe Dir im Geiste zu. „Deine Eltern sind super, sie lassen Dich laufen. Nicht bis 6 Jahre im Buggy gefahren und dann direkt auf den e-Scooter. Sie lassen Dich die Welt entdecken.“
Weiter geht es auf der Halbmarathonstrecke, rein in den Wald. Dort entdecke ich Matsch und noch etwas Schneereste und habe Spaß - bin nicht genervt - daran die beste Spur zu suchen. Auch von den Holzfällern liegen noch viele kleine Äste auf dem Weg. Füße hoch, nicht Schlappschritt! Unsere Strecke ist halt Naturstrecke! Ab Kilometer 11 der Halbmarathonstrecke, auf dem Weg nach Unterbränd, kommen mir immer wieder Paare oder Gruppen von Radfahrern entgegen. Alle gut gelaunt. Unterbränd: Foto vor der Kapelle, wo an den Wettkampftagen immer eine Verpflegungsstelle ist. In Corona freien Zeiten gibt es zumindest Trinkwasser an diesem schönen Dorfplatz. Heute natürlich nicht. Aber wer braucht es? Auf dem sonst schnellsten Stück runter nach Waldhausen liegt wieder etwas Schnee und auch noch einige Bäume quer: Macht nichts und ist in ein paar Tagen beides sicher weg. Mein kurzer Ehrgeiz hier Tempo zu machen, um auf meine 31 km Gesamtstrecke eine hübsche Zeit zu laufen, wird direkt unterdrückt. Aber Sonne und schöne Natur lassen keinen Ärger zu.  Bei Kilometer knapp 38 der Marathonstrecke bzw. 17 der Halbmarathonstrecke sitzt eine Frau, das Rad neben der Bank abgestellt, und lächelt verklärt in die Sonne. Wir grüßen uns mit sparsamer Handbewegung und lächeln: Damit ist alles gesagt, wie: „Genies die Sonne weiter! Schöner Tag, oder? Du zu Fuß, ich bevorzuge das Mountainbike…….“ Waldhausen Richtung Bräunlingen: Die Imker starten die Saison, noch mehr Spaziergänger und nein. Die Kilometer mit Bräunlinger Kirchturm im Blick fallen nicht wirklich schwer. Nachdem ich an der Stadthalle vorbei und den 5 km auslaufen nach Hause komme, kann ich nur feststellen: Wir haben heute nicht nur einen zum Laufen auffordernden Frühjahrstag, sondern unsere Schwarzwaldmarathonstrecken sind einfach „unschlagbar“ schön. Meine Laufzeit? Verrate ich nicht! Aber für „nach dem Essen, Mittagstief und 31 km ohne Verpflegungsstelle (was ich anderen nicht empfehle!), noch Schnee auf der Strecke…“: Besser als erwartet. Ich bin sicher, dies wird Euch auch so gehen, wenn Ihr wieder loslegt. In jedem Fall wird es ein Genuss für Euch. Endlich wieder raus in die Natur. Geht und lauft auf unseren ja ganzjährig beschilderten Strecken. Und dann sehen wir uns spätestens am 2. Oktoberwochenende!

Euer Dietmar

„Immer weiter CORONA, immer weiter……..“, zum Jahresende 2020 und darüber hinaus!


Eine Lauf-Kolumne? Jedenfalls die Meldung: Die LSG Schwarzwaldmarathon gibt es noch!

Schreiben, wo es Nichts zu melden gibt. Wer kennt das nicht! Meldungen und Berichte, wenn es Nichts zu berichten gibt. Wir kennen dies, von Wahlsendungen im Fernsehen woran dann wieder Satiresendungen Spaß haben (Bsp.: Wahl in den USA, Satirensendung: Heute show im ZDF, o.ä.)
Spaß haben wir allerdings nicht, dass wir nicht über Laufveranstaltungen, sei es gemeinsame Erlebnisläufe, Gesundheitsläufe oder „knall harte“ Wettkämpfe berichten können. Deswegen versuche ich mich in einer Art „Kolumne“, damit Ihr seht: Die LSG gibt es noch!
CORONA macht den Laufveranstaltern auf allen Ebenen - auch uns als LSG - zu schaffen, zerstört aber auch die gemeinsamen Lauftreffs, die „Lauf-Balint-Gruppe“, den menschlichen Austausch, einfach alles, was ein positives soziales Leben in der Gemeinschaft ausmacht.
Nur wenigen Läufern (Bitte, jetzt keine Diskussion über Genus und Sexus etc….)  wird es gelingen, den normalen Trainingsplan aufrecht zu erhalten oder zu intensivieren, um physisch gestärkt nach der langen Pause, bei den ersten Wettkämpfen wieder „zu zuschlagen“. Die meisten wollen dies aber wahrscheinlich auch gar nicht, sondern wollen einfach einmal wieder soziale Kontakte auch außerhalb der 4-Wände pflegen.
Allen möchte ich zurufen: „Weiter immer weiter…. Aber mit Reserve im Tank!“ Vielleicht kann man es wie bei einem extrem schwierigen Ultralauf sehen: Wir wissen es gibt ein Ziel und wir können es - vielleicht nach Impfungen (Aber wann kommen die wirklich und wann wirken diese????) - sicher erreichen. Aber nur mit Geduld und trotzdem - auch bei Schwäche Phasen unterwegs - sich nie ganz die Laune verderben lassen oder 100 % auspowern, denn es kann vielleicht doch noch einmal eine „Steigung“ kommen. Frustiert und unzufrieden, wie oft jetzt auch in meinem Beruf an Kunden gesehen, aggressiv, unterwegs zu sein, bringt Nichts, zieht nur runter. Alten Trainingsplan von 2019 durchziehen mit Wettkampfhöhepunkt, der dann wieder ausfällt? Auch nicht stimulierend! Und das Training oft mit psychologischem Stress von Kurzarbeit, Existenzangst oder im medizinischen Bereich oft 200 % Arbeit durchziehen? Ebenfalls gefährlich! Nennt sich dann Übertraining und endet oft in Verletzung und Outburn. Ich rate: Weiter laufen, langsamer und ruhig. Vielleicht nur ½ soviel wie früher.
Ich - beruflich Arzt - habe seit Corona die Lauf-Kilometer pro Woche gedrittelt und gehe viel mit dem Hund spazieren.
Es finde jeder seinen Weg, aber bleibt bitte alle:
a) draußen an der frischen Luft, b) lauft, als Bewegungsausgleich und Stressabbau für Jobstress oder Jobverluststress und c) seit entspannt vorbereitet, für den Lauftreff oder Wettkampf nach CORONA. Wie ein Hund, der plötzlich eine Katze sieht und ihr spontan hinterher jagt. Er wird sie sowieso nicht kriegen. Und eigentlich weiß er das! Das rennen/jagen ist sein Spaß. Ob er 1 m oder 10 m zu spät kommt. Egal für ihn. Das rennen war der Spaß. Ob wir nach CORONA die 10 km in 36:30 min, 55 min oder 70 min laufen. Egal, Hauptsache wir laufen, haben Spaß und sehen uns alle wieder!
In diesem Sinne und auf „Neu-Hoch-Deutsch“: Run like a dog!
Euer
Dietmar und bleibt alle gesund!

Hanjo Kollmer siegt bei Arosa Trailrun, 12.9.2020

Während Corona fast das ganze Jahr 2020 "lahm gelegt" hat und Laufveranstaltungen weiter in fast ganz Europa abgesagt werden, wagen sich die Alpenländer mit einzelnen Laufveranstaltungen und unter kontrollierten Bedingungen und Regeln im wörtlichen Sinne wieder "gemeinsam" - also nicht virtuell - raus. 
So fand am Wochenende des 12. September nicht nur in Innsbruck das Trailrun Wochenende statt, sondern auch in Arosa konnten die Trailspezialisten starten. 
Von der LSG war Hanjo Kollmer unterwegs, der den Lauf im Nachhinein mit: "Für mich eine der schönsten Trailstrecken/Panoramaläufe! Aber auch Steigung ohne Ende!", bewertete. 
Wer Hanjo kennt, weiß, was dies heißt. Er startete bei der Königsstrecke, der AT46. Wer nun meint, dies seien 46 km, der irrt. Hinter dem Kürzel verstecken sich 52,9 km und 3391 positive Höhenmeter! Da können, so rund 7 km mehr den Unterschied machen! Nicht umsonst finishten nur 72 Läufer diese Strecke. Hanjo siegte souverän in der M60 in 8:17 h und wurde insgesamt 30. Auf den ersten 3 Plätzen übrigens nur AK 30 und AK 20 Läufer, bei einer Siegerzeit von 5:58 h. (Ganz grobe Daumenregel: Die Strecke würde mindesten 87 km in der Ebene bedeuten, wobei die Untergrundverhältnisse - Stock und Stein! - noch nicht eingerechnet sind!)

Einmal mehr: Weltklasse Hanjo!


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