Laufen für den guten Zweck, in einer Zeit, in der man nie genug Gutes tun kann

Dieses Jahr durfte die Stadt Donaueschingen endlich wieder ihren 10. Schutzengellauf durchführen. Hier geht es in erster Linie um das Sammeln von Spenden. Für jeden Kilometer den jeder Läufer absolviert, spenden die Sparkasse und die AOK Gesundheitskasse Geld was gemeinsam mit höheren Einzelspenden zusammen in regionale Kindereinrichtungen und der Mukoviszidose-Forschung gespendet wird.

Jung und Alt sammelten sich am Samstag den 31. Juli in drei Startblöcken um gemeinsam die 1,6 km lange Strecke so oft sie können oder wollen, zu absolvieren. Der erste Startblock war um 10 Uhr. Hier durften die Schüler der Donaueschinger Schulen zuerst los. An der Brigach entlang bis zum Start liefen alle diesmal nicht durch die Stadt Donaueschingen, sondern durch den Reitturnierpark beim Freibad Donaueschingen. Der zweite Block startete um 12 Uhr.

Gerold Paar und Frank Kliche ließen es sich nicht nehmen in Grün für den guten Zweck im Namen des LSG Schwarzwald-Marathon Verein 10 Runden zu laufen. Scheinbar war noch mehr drin, aber man muss ja nicht gleich übertreiben. ;-) Im dritten Block um 14 Uhr liefen Ingrid Kern, Andrea und Clemens Barth. Leider weiß ich nicht wie es ihnen dabei erging. Jeder Teilnehmer konnte 2 h laufen.

Gezählt wurden die Runden per Handy-App, Sportuhr oder manuell mit Gummiband am Arm. Bewirtung für die Zuschauer gab es keine. Die Läufer mussten aber nicht verdursten. An der Stecke gab es genug zu trinken.

Eine Auswertung oder Siegerehrung gab es keine, insgesamt sind aber die 419 Läuferinnen und Läufer 5.382 km gelaufen. Eine tolle Leistung zumal der durchschnittliche Läufer 25 % weiter gelaufen ist als bei den bisherigen Läufen. Ein toller Erfolg.

An die Zahlen von 2019 kamen die Veranstalter nicht heran. Da liefen 1500 Läuferinnen und Läufer und es kamen an die 30 000 Euro zusammen. So kamen über die Jahre 200 000 Euro zusammen. Hoffentlich kommt die Stadt in 2022 wieder an diese Zahlen heran.

(Wenn jemand vom Verein mitgelaufen ist, den ich nicht erwähnt habe, bitte über die bekannten Medien melden)

Liebe Grüße, Julia K.

Die Letzten werden die Ersten sein

Das ist nicht nur so ein Spruch, sondern Siegbert Wernet hat es in die Tat umgesetzt. Was hat er getan? 2020 fing für uns alle erstmal ganz normal an. Doch ab März war nichts mehr wie es vorher war. Und wer schaffte es als letzter LSGler noch auf einen Wettkampf, bevor alle abgesagt werden mussten? Siegbert! Und wer schaffte es als erster LSGler auf einen der ersten erlaubten Wettkämpfen 2021? Siegbert.

Und Siegbert wäre nicht Siegbert, wenn er sich nicht gleich eine der heftigsten Herausforderungen stellen würde, die noch das Wort Marathon führen dürfen. Der 11. Brixen Dolomiten Marathon. Gespickt mit 2450 Höhenmeter verteilt auf 42,195 km. Seit Jahren sein Traum, den er sich eigentlich schon zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 2020 erfüllen wollte. Doch nicht nur der Weg vom Start zum Ziel war sehr steinig und schwer, wie ein bekannter deutscher Sänger singt. Sondern auch die Wochen bis zum Start gestalteten sich nicht einfach für ihn. Geplagt mit einer schweren Entzündung im Kiefer und den schweren Folgen der Nachbehandlung ließen kein anständiges Training mehr zu. Oft spielt bei uns Läufern gerade in den paar Wochen bis zum Start der Kopf eine große Rolle. Gedanken wie „konnte ich genug trainieren?“, „Schaffe ich das?“ oder „Bin ich bis zum Start wieder gesund?“ gehören zum Dauerdialog aus dem man ausbrechen muss.

Stark und Optimistisch wie Siegbert ist, wurde er rechtzeitig gesund und Fuhr guter Dinge nach Brixen.

Start war am 03. Juli um 07:30 Uhr am Brixen Dom auf 560 m über dem Meer bei strahlendem Sonnenschein. Ziel war auf dem Ploseberg auf 2450 m. Die Strecke führte mit Masse auf Wald-, Wiesen- und Forstwegen durch Afers, zur Rossalm, nach Kreuztal bis ins Ziel. Die letzten Kilometer waren so steil, dass alle 500 m ein Schild mit der bereits zurückgelegten Distanz stand. Das verlangte den Läufern definitiv alles ab.

Der atemberaubenden 360° Blick im Ziel nach 6:19.58 entschädigte Siegbert für alles. Er belohnte sich nach seiner Mühe mit dem 17. Rang in seiner stark vertretenen Altersklasse.

Der schnellste Läufer ebenfalls in Siegberts Altersklasse kam nach 3:50.41 Stunden ins Ziel. Die schnellste Frau rannte diese unfassbare Wand in 4:25.58 hoch.

Wie mühevoll so ein Lauf sein kann zeigte leider auch der tragische Tot eines 62 jährigen Staffelläufers, der auf der Strecke einen Herzinfarkt bekam und daran verstarb. Denken wir an ihn während wir unsere Lebenszeit in vollen Zügen genießen. Wir wissen nie, wann sie zu Ende ist.

„Laufen ist unbezahlbar….!“ (Andre Dreilich, Ultraläufer)

Oder: Der Sonne entgegen!


(Das es keine Wettkampfergebnisse zu melden gibt, einfach mal wieder ein Laufbericht!).

Gestern (Samstag, 20.2.21) hat es ich mich schon morgens in den Füßen gejuckt. Den ganzen Vormittag, während Schreibtischarbeit oder putzen, etc. zeigte sich schon die Frühjahrssonne und forderte mich zum vermehrten Rausgehen auf. Schnell stand der Entschluss fest: Heute - dem Sonnenwetter entsprechend - als Mittagsessen nur einen griechischen Salat machen, der nicht so schwer im Magen liegt, danach sofort Laufschuhe an und los. Den ersten echten langen Lauf dieses Jahr sollte es geben. Also nicht zeitlich als Joggingrunde, sondern als Lauf. Direkt 12:45 Uhr das Haus verlassen und auf Richtung Bräunlingen Stadthalle: Zu Fuß natürlich. Bereits auf diesen 5 km einlaufen, trotz vollem Magen: Die frische Luft tut bei Sonnenschein einem noch besser. In Bräunlingen dann weiter auf die Halbmarathonstrecke. Nicht zum echten Leistungstest nach Zeit, sondern einfach damit es auch ein langer Lauf wird, ohne dass ich abkürzen oder mogeln kann bzgl. der Zahlen und Distanzen. (Achim Achilles hat diese Mogelei in einem seiner Laufkolumnen ja so treffend beschrieben und aus knapp über 30 min laufen eine knappe Stunde gemacht. )
Die ersten 7 km der Halbmarathonstrecke bis zum Waldanfang vor Hubertshofen: Nicht nur Sonne pur bei Windstille und 13°, was die Wahl meiner für mich dünnen Kleidung (= T-Shirt, plus langen Pulli, plus nur eine Jacke) bestätigt, sondern nur lächelnde Gesichter. Auch ich freue mich: Über die Seniorenradgruppe mir ihren E-Bikes die im Pulk unterwegs sind, die jungen Eltern, die in der Sonne zusammen den Kinderwagen schieben, während das kleine Kind daneben her-„stolpert“ und die noch etwas streng-konzentriert schauende Walkerin, deren hartes Klack-Klack der Stöcke noch etwas „Corona frustriert“ klingt. Weiter so! Vor allem Du kleiner Mann/Frau: Ich rufe Dir im Geiste zu. „Deine Eltern sind super, sie lassen Dich laufen. Nicht bis 6 Jahre im Buggy gefahren und dann direkt auf den e-Scooter. Sie lassen Dich die Welt entdecken.“
Weiter geht es auf der Halbmarathonstrecke, rein in den Wald. Dort entdecke ich Matsch und noch etwas Schneereste und habe Spaß - bin nicht genervt - daran die beste Spur zu suchen. Auch von den Holzfällern liegen noch viele kleine Äste auf dem Weg. Füße hoch, nicht Schlappschritt! Unsere Strecke ist halt Naturstrecke! Ab Kilometer 11 der Halbmarathonstrecke, auf dem Weg nach Unterbränd, kommen mir immer wieder Paare oder Gruppen von Radfahrern entgegen. Alle gut gelaunt. Unterbränd: Foto vor der Kapelle, wo an den Wettkampftagen immer eine Verpflegungsstelle ist. In Corona freien Zeiten gibt es zumindest Trinkwasser an diesem schönen Dorfplatz. Heute natürlich nicht. Aber wer braucht es? Auf dem sonst schnellsten Stück runter nach Waldhausen liegt wieder etwas Schnee und auch noch einige Bäume quer: Macht nichts und ist in ein paar Tagen beides sicher weg. Mein kurzer Ehrgeiz hier Tempo zu machen, um auf meine 31 km Gesamtstrecke eine hübsche Zeit zu laufen, wird direkt unterdrückt. Aber Sonne und schöne Natur lassen keinen Ärger zu.  Bei Kilometer knapp 38 der Marathonstrecke bzw. 17 der Halbmarathonstrecke sitzt eine Frau, das Rad neben der Bank abgestellt, und lächelt verklärt in die Sonne. Wir grüßen uns mit sparsamer Handbewegung und lächeln: Damit ist alles gesagt, wie: „Genies die Sonne weiter! Schöner Tag, oder? Du zu Fuß, ich bevorzuge das Mountainbike…….“ Waldhausen Richtung Bräunlingen: Die Imker starten die Saison, noch mehr Spaziergänger und nein. Die Kilometer mit Bräunlinger Kirchturm im Blick fallen nicht wirklich schwer. Nachdem ich an der Stadthalle vorbei und den 5 km auslaufen nach Hause komme, kann ich nur feststellen: Wir haben heute nicht nur einen zum Laufen auffordernden Frühjahrstag, sondern unsere Schwarzwaldmarathonstrecken sind einfach „unschlagbar“ schön. Meine Laufzeit? Verrate ich nicht! Aber für „nach dem Essen, Mittagstief und 31 km ohne Verpflegungsstelle (was ich anderen nicht empfehle!), noch Schnee auf der Strecke…“: Besser als erwartet. Ich bin sicher, dies wird Euch auch so gehen, wenn Ihr wieder loslegt. In jedem Fall wird es ein Genuss für Euch. Endlich wieder raus in die Natur. Geht und lauft auf unseren ja ganzjährig beschilderten Strecken. Und dann sehen wir uns spätestens am 2. Oktoberwochenende!

Euer Dietmar

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